Muttertagsgeschenke können schnell zum Zwang werden, wenn man in den Wochen vor dem Muttertag überall in der Werbung mit Angeboten zugeschüttet wird, nicht nur in Blumenläden, sondern buchstäblich überall.

Mama freut sich über MuttertagsgrüßeHeutzutage haben sogar Pizza-Lieferservices Muttertags-Spezialangebote und schreiben Klempner ihren Kundenrundbrief mit neckischen Verweisen auf den Ehrentag der Mamas, denen man einen gut funktionierenden Abfluss wünscht.

Muttertag ist also buchstäblich immer und überall präsent spätestens ab Anfang Mai und es ist kein Wunder, dass sich viele Menschen auch unter Druck gesetzt fühlen dadurch – was könnte einen nachdrücklicher daran erinnern, der eigenen Mutter zu gedenken, als das schlechte Gewissen, weil man es bisher nicht getan hat?

Bleibt die Frage, ob man nun noch schnell ein Geschenk besorgen oder Blumen bestellen sollte, als ob man wieder gutmachen könnte, was übers Jahr versäumt wurde, obwohl schon von vornherein klar ist, dass das sowieso nicht geht?

Denn auch mit dem schönsten aller Muttertagsgeschenke und den liebevollsten Aufmerksamkeiten zum Feiertag kann man es nicht wieder gut machen, wenn man sich im vergangenen Jahr nicht um die eigene Mutter gekümmert hat.

Doch vielleicht kann man es anders sehen und nicht aus schlechtem Gewissen schenken, sondern als neuen Versuch, wieder eine gute Beziehung aufzubauen und mit diesem symbolträchtigen Tag ein kleines Zeichen zu setzen. Es wird nicht schaden, einen Begleitbrief zu schreiben und zu erklären, dass man sich sehr freuen würde, wenn beide – Mutter und „Kind“ – zukünftig daran arbeiten, einen besseren Kontakt zu haben.

Wenn Sie mit Ihrer Mutter gestritten haben oder das Verhältnis angespannt ist, kann dies natürlich nicht an einem einzigen Tag repariert werden. Doch wer sich nicht einmal am Muttertag meldet, darf sich auch nicht wundern, wenn das Verhältnis weiter abkühlt.

Und was sagt man, wenn die Mutter sich beschwert „Du meldest dich ja nur bei mir am Muttertag, weil du ein schlechtes Gewissen hast, sonst kümmerst du dich nicht um mich?“ Am besten die Wahrheit: „Das stimmt. Aber das will ich jetzt ändern.“ (Natürlich nur, wenn das auch die Wahrheit ist und nicht nur als hohler Spruch.)

Muttertag dreht sich nicht um große Geschenke. Wenn die einfachen Dinge, wie ein Lächeln, ein nettes Gespräch, ab und zu ein Telefonat oder das Angebot von Hilfe beim Kochen, bei der Hausarbeit und vielem mehr im Mittelpunkt stehen, ist jeder Tag ein Muttertag. Ganz so, wie es sein soll.

# Link | Melody | Dieser Artikel erschien am Mittwoch, 30. Mai 2012 um 18:43 Uhr in Über den Muttertag, Pro & Contra Muttertag | 5525 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren

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