Ursprünglich setzte sich der Verband Deutscher Blumengeschäftsinhaber für die Erfindungs des Muttertags bzw. seinen Start als deutsche Tradition ein. Der Muttertag war also nicht, wie oft irrtümlich vermutet wird, eine Idee der Nationalsozialisten, sondern wurde bereits in 1923 von einer Bewegung der Floristen ins Leben gerufen.

Damals wurden Plakate mit Aufschriften wie „Ehret die Mutter“ in Schaufenster gehängt. um dafür zu werben. Offiziell sollte dieser Tag also ein Geschenktag für Blumengrüße werden, über die sich jede Mutter freuen würde. Die Nazis entdeckten den Muttertag später für sich und ihre politischen Zwecke.

1933: Der Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter

Etwa zehn Jahre später, nämlich in 1933, war es schließlich soweit, der einfache Name Muttertag reichte den Nationalsozialisten nicht mehr. Sie benannten ihn in den „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter“ um. Damit wollte die Regierung zeigen, dass sie »familiäre Werte« unterstützte. Zudem wurden Mütter in Deutschland als Volksheldinnen gefeiert, wobei sie tatsächlich aber wohl eher auf eine Rolle als Gebärmaschinen reduziert wurden und durch diese Art von Ehrung in ihrer Rolle bestätigt und zufrieden gehalten werden sollten.

Das perfekte Frauenbild der deutschen Mutter war nämlich das der reinen Hausfrau, die Kinder der arischen Rasse zur Welt brachte und diese uermüdlich versorgte und förderte, während sie schon die nächsten ausbrütete. Harte Arbeit und ein unerfreulicher Alltag, die durch ein Gefühl von Bedeutung, Ehre und Tradition versüßt wurde, so dass sich viele Frauen mit diesem Bild identifizierten. 

1934 wurde der Muttertag am dritten Sonntag im Mai gefeiert und damit erstmals offiziell unter den Nationalsozialisten, mit der Einführung des Mütterdienstes.

Diese Dienste waren eine Art von Mütterweihe, die um 10 Uhr morgens stattfanden und damit in Konkurrenz zu Gottesdiensten standen. Vier Jahre später wurde das „Ehrenkreuz der Deutschen Mutter“ eingeführt und erstmals am 21. Mai 1939 verliehen. Es war für diejenigen Mütter gedacht, die mindestens acht Kinder zur Welt gebracht haben.

Nach dem Krieg

Nach dem Krieg entwickelte sich der Muttertag dann unterschiedlich weiter, je nachdem wo er begangen wurde. In der BRD wurde der erste Muttertag erst 1950 gefeiert, weil er auf den 08. Mai 1949 gefallen wäre, zu diesem Zeitpunkt aber noch die westalliierte Trizone bestand.

In Ostdeutschland wurde der Muttertag hingegen gar nicht gefeiert, stattdessen feierte man den Internationalen Frauentag am 08. März.

# Link | Melody | Dieser Artikel erschien am Samstag, 23. September 2006 um 22:27 Uhr in Über den Muttertag, Geschichte des Muttertags | 6936 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren

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