Karin Baseda-Maass

Woran merkt die Mutter, dass sie in der zweiten Lebenshälfte angekommen ist? An den erwachsenen Kindern? An den tiefer werdenden Falten im Gesicht? Den ersten weißen Haaren? Fettpölsterchen an Bauch und Hüften?

Na ja … die Antworten kann man gelten lassen. Viel mehr merkt sie es jedoch daran – finde ich – dass immer häufiger nach dem Mittagessen ein unwiderstehlicher Drang zu Gähnen einsetzt. Dazu kommt ein Liebäugeln mit dem Sofa: Ein Mittagsschläfchen, wäre das nicht fein? – Wozu noch zaudern? Legen wir uns doch einfach lang: Beine hoch, eine Kuscheldecke her, Augen zu und … herrlich!

Schon ein Viertelstündchen in dieser Lage kann Wunder wirken. Eine halbe Stunde ist aber eindeutig noch wirkungsvoller. Hinterher eine Tasse Kaffee und der Tag kann ganz neu beginnen. Voller Tatendrang flutscht dann die zweite Hälfte, der Mensch ist fit bis zum Abend.

Ich plädiere für Sofas in Büros, Redaktionen, Amtsstuben … Ab fünfzig sollte ein Mittagsschlaf garantiert sein. Die Wolldecke kann sich ja jeder selbst mitbringen. Sie möchten wissen, wo ich diese Zeilen schreibe? Na wo wohl? Auf meinem Sofa, hübsch eingewickelt in die Decke, den Laptop auf den Knien. Und wenn ich ihn gleich wegstelle, drifte ich ins Reich der Träume.

Karin Baseda-Maass

# Link | Melody | Dieser Artikel erschien am Dienstag, 08. Dezember 2009 um 23:26 Uhr in Unterhaltung, Gedichte und Geschichten | 5341 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren


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