Judith Burger arbeitet seit 2004 als freiberufliche Texterin und Autorin. Sie textet und schreibt für Printmedien, für das Web und für Unternehmen. Nebenbei ist sie redaktionelle Mitarbeiterin für den Radiosender MDR Figaro und ganz nebenbei versucht sie mit ihrer Buchstabler-Werkstatt Vorschulkinder für Sprache zu begeistern.

Judith Burger

Auf www.text-burger.de bloggt sie für die Großen über Vordergründiges, Abseitiges und alles dazwischen.

Judith Burger ist Mutter von zwei Söhnen im Alter von 6 und 10 Jahren.

1. Was hältst du vom Muttertag?

Ich bin in der DDR aufgewachsen und da gab es nie einen Muttertag. Wir hatten nur den Frauentag, an dem sich die Frauen eine Plastikblume anstecken durften und abends einen „Schwof“ in der Betriebskantine hatten :-) Deshalb empfinde ich den Muttertag als übergestülpt. Der gehörte in unserer Familie nie dazu. Das Fremdeln mit diesem Tag hat nie aufgehört.

2. Was schenkst du zum Muttertag und warum?

Ich verschenke nichts. Meine Mutter erwartet das auch nicht, dieser Tag war nie Thema bei uns. Dazu kommt, dass meine Mutter am 14. Mai Geburtstag hat und deswegen sowieso um den Muttertag herum reich beschenkt wird. Ich bin eher ein Fan von Überraschungen zwischendurch – wenn ich etwas sehe, was ihr gefallen könnte, dann schenke ich es – ganz ohne Zwang und ohne den Zusatz: Das ist jetzt zum Muttertag.

Grundsätzlich finde ich den Muttertag als Aufhänger wichtig, einmal mehr genau hinzuschauen, wie es Müttern - und damit automatisch ihren Familien - auf der Welt geht, um dann Finger in entsprechende Wunden zu legen.

3. Was bekommst du zum Muttertag geschenkt?

Da der Muttertag fest in der Bastelstunde des Kindergartenalltags integriert ist, werde ich höchstwahrscheinlich wie in jedem Jahr etwas wundervolles, rührendes und kitschiges Selbstgebasteltes bekommen wie ein rotes Spanholzherz, oder Krepppapierblumen oder eine gemalte Klappkarte mit einem Gedicht, das mit den Worten beginnt: „Mutti! Deine lieben Augen…“. Das Gedicht hat in dem Fall natürlich die Kindergärtnerin ausgesucht und aufgeschrieben. Irgendwie finde ich das seltsam. Viel mehr freue ich mich über ein Bild, dass meine Söhne aus Eigenantrieb für mich malen. Oder wenn sie mich um Rat fragen und damit ihr Vertrauen zeigen.

Gegen Blumen und andere Aufmerksamkeiten von meinem Freund würde ich mich an jedem Tag freuen, aber alles kann man eben nicht haben :-)


4. Wie sieht der perfekte Muttertag aus?

Wie ein schöner Tag, entweder in Familie: Ausschlafen, gemeinsames Frühstück, keinen Streit, vielleicht ein Ausflug, Freunde treffen oder allein: Ausschlafen, faulenzen, lesen, sich mit einem Kauf einen Wunsch erfüllen…

5. Wo sind deine Söhne gerade?

Oscar büffelt im Gymnasium und Emil wartet im Kindergarten sehnsüchtig darauf, dass ich ihn nachher zum Schwimmkurs bringe. Aber erst einmal muss ich jetzt ein paar Fragen formulieren, da eine Künstlerin persönliche Texte für ihre Webseite benötigt. Und morgen arbeite ich in Halle bei MDR Figaro. Wenn ich dort den ganzen Tag die „Bekenntnisse“ von Jean-Jaques Rousseau höre und für ein spezielles Sendeformat aufbereite, passt der Papa auf Emil auf, weil die Kita wegen Weiterbildung geschlossen hat. Das ist auch etwas Schönes, dass es übrigens nicht nur zum Muttertag geben sollte: Dass Väter den gleichen Dienst wie Mütter übernehmen wollen und können!

Judith Burger
Texterin & Autorin
www.judith-burger.de
Blog: www.text-burger.de

# Link | Melody | Dieser Artikel erschien am Donnerstag, 31. Mai 2012 um 14:27 Uhr in Interviews rund um den Muttertag | 5285 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren

Tags: , ,


Kommentieren:

Angaben speichern?

Benachrichtigung bei Folgekommentaren.




Nächster Eintrag: Susanne Ackstaller: Geschäftsberichte, Unternehmens- und Finanzkommunikation und Fashion-Bloggerin
Vorheriger Eintrag: Silke Jäger, freie Journalistin und Lektorin für die Themenbereiche Rehabilitation und Therapie

Wissenswertes

Unterhaltung

Back to top