Carola Heine: Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich merkte, dass mit den »alten Müttern« die so genannten Spätgebärenden gemeint sind.

Spätgebärende als Bezeichnung einer gefühlten Gruppe von Müttern sind eine Erfindung der Neuzeit: Seit es Verhütung gibt, meinen die Leute mitreden zu können, welche fruchtbare Phase in dem langen Leben einer Frau am besten nicht mehr zur Vermehrung genutzt werden sollte oder wenn, dann nur mit Angst und vielen Bedenken.

Glücklicherweise interessieren sich die wenigsten dafür, sobald es an die Umsetzung geht, ob sie mit 29 oder 35 oder 42 als spät gebärend gelten (alles schon gelesen …), sondern versuchen es einfach.

Alte Mütter, das sind doch nicht die »Spätgebärenden«, denn für die fängt doch alles neu und frisch an, ein nagelneuer Lebensabschnitt voller Vitalität und Glück beginnt.

‘Alte Mütter’, das sind vielmehr die Frauen, für die mit 35 bis 45 die gesamte Familienplanung schon ganz lange gelaufen ist, die seit Ewigkeiten fest etablierte Mütter sind, für die alles Spannende längst Routine ist und für die auf dem Fachgebiet des Frauseins nun kein Neuland mehr kommt außer den Wechseljahren.

Kein Wunder also, dass diese nicht mehr so spannende Mütter-Generation hartnäckig darauf besteht, Spätgebärende als zu alt fürs Kinderkriegen zu anzusehen: Sie sind einfach neidisch.

# Link | Melody | Dieser Artikel erschien am Donnerstag, 13. September 2012 um 00:05 Uhr in Unterhaltung, Gedichte und Geschichten | 5664 Aufrufe | 0 Kommentare | Kommentare per RSS-Feed abonnieren

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